24Ehrenfriedhof

Stresemannring 50
(Schlageterring)

Blick auf den Ehrenfriedhof
1/2
Blick auf den Ehrenfriedhof, April 1945 (National Archives, Washington)
Gedenkveranstaltung auf dem Ehrenfriedhof
2/2
Gedenkveranstaltung auf dem Ehrenfriedhof, 13. Mai 1945 (Stadtarchiv Nordhausen)

Mitte April 1945 richtete die amerikanische Militäradministration am Rande des Stadtfriedhofs einen Ehrenfriedhof ein, auf dem vor allem KZ-Häftlinge aus dem KZ Mittelbau-Dora und dessen Außenlager in der Boelcke-Kaserne bestattet wurden.

Im Januar 1945 hatte die SS in der Boelcke-Kaserne (Rothenburgstraße) ein Außenlager des KZ Mittelbau eingerichtet, das als zentrales Kranken- und Sterbelager diente. Als am 11. April 1945 amerikanische Soldat:innen in Nordhausen einrückten, fanden sie in der Boelcke-Kaserne mehr als tausend tote und sterbende Häftlinge vor. In den folgenden Tagen verpflichtete die amerikanische Militäradministration Männer aus Nordhausen, die Leichen aus der Boelcke-Kaserne zu bergen und auf dem neu angelegten Ehrenfriedhof am Stresemannring zu beerdigen. Innerhalb von drei Tagen wurden 1278 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter:innen in anonymen Massengräbern bestattet.

In den folgenden Wochen wurden auf dem Ehrenfriedhof weitere 255 Menschen beerdigt, die nach der Befreiung an den Folgen der KZ-Haft und der mörderischen Zwangsarbeit gestorben waren. Am 13. Mai 1945 fand auf dem Ehrenfriedhof eine offizielle Trauerfeier für die Opfer statt, an der auch die Nordhäuser Bevölkerung teilnehmen musste.

1999 und erneut 2023/24 wurde der Ehrenfriedhof umgestaltet. Mittelpunkt des Friedhofs ist heute ein Denkmal, auf dem in mehreren Sprachen auf die Herkunft der Toten aus dem KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne und dem Hauptlager Dora verwiesen wird.

Am Rande des Ehrenfriedhofes befindet sich ein abgetrenntes Gräberfeld. Hier ruhen sowjetische Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangene, die im Krieg in und um Nordhausen zu Tode kamen sowie sowjetische Soldat:innen, die nach dem Krieg als Angehörige der sowjetischen Besatzungsmacht starben. Ein Mahnmal aus dem Jahr 1946 erinnert an die sowjetischen Opfer des Krieges.